Projektidee


Kunst, Unterricht & Kulturhistorische Fakten.

Wie passt das zusammen und wie kann das interessant für Jugendliche und Kinder werden?

Indem Künstlerinnen und Künstler in die Schulen gehen und Projekte anbieten.

Indem Schülerinnen und Schüler die Geschichte der Region, des Handwerks und aktueller Entwicklungen mit Nadeln & Garn, Film & Fotografie und beim Tanz performativ erforschen und im öffentlichen Raum Kunstwerke installieren.

Indem Fragen an Experten der Wollroute gestellt werden können, Museen kennen gelernt werden und Lehrerinnen und Lehrer die Themen des Projektes mit in ihren Unterricht nehmen...

...indem traditionelle Handarbeitstechniken neu interpretiert werden und das Textile als Medium das in ihm gespeicherte Wissen für vernetzende Lernprozesse entfaltet.
 

Kulturgeschichtliche Anknüpfungspunkte

  Wasser & Wolle bildeten die simple Basis für eine grandiose Erfolgsgeschichte der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung in Aachen und der EUREGIO Rhein-Maas. Wohlstand mit Arbeitsplätzen und dem architektonischen und künstlerischen Reichtum, der sich über Jahrhunderte entwickelt hat und noch heute die Stadtbilder der Region prägt waren die Folge.
Wasser & Wolle waren aber auch der Ausgangspunkt für Arbeitskämpfe, Unruhen und Mikromigration im Verlauf der Entwicklung von der häuslichen Textilproduktion, die in fast jeder Familie stattfand, hin zur industriellen Blütezeit der Textilindustrie.

  Die Tuchmachergeschichte hat die Region also lange Jahrhunderte geprägt. Bis durch die Auslagerung der Textilproduktion in andere, preiswerter produzierende Länder der Welt, die wirtschaftlichen und sozialen Wachstumsmöglichkeiten rund um das Textile in der Region ausgeschöpft waren. Dieses Ende der Tuchproduktion liegt noch nicht so weit zurück.  

  All diese Aspekte galt es in den sechs zur Wollroute gehörenden Städte Aachen, Eupen, Euskirchen, Monschau, Vaals und Verviers in Deutschland, Belgien und den Niederlandenden neben den traditionellen textilen Handwerkstechniken Stricken, Häkeln, Weben, Filzen und Sticken in den künstlerischen Projekten zu erforschen.


Der prinizipielle Aufbau aller Teilprojekte

  Der prinzipielle Aufbau aller Teilprojekte dieses vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur & Sport des Landes NRW geförderten kulturellen Schulprojektes sieht die Übernahme einer Patenschaft auf Zeit für einen der sechs Wollroutenorte durch eine Schüler-Projektgruppe gemeinsam mit "ihrem" Künstler und einer Lehrerin oder einem Lehrer von der Schule vor.
Vor Beginn der eigenen praktischen Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Medium und Material in den von den Teams je selbst organisierten Projektphasen ist eine Führung durch den "Paten"-Ort der Wollroute vorgesehen. Mitglieder der Arbeitsgruppe Wollroute - Museumsleiter oder -mitarbeiter, Mitarbeiter der mit der Geschichte der Tuchproduktion befassten Vereine vor Ort oder Leiter der Kulturbüros - geben ihr enormes Wissen über Stadt-, Industrie- und Kulturgeschichte fokussiert auf textile Themen an die Paten der Städte weiter. 

  Dann werden diese kulturgeschichtlichen Impulse bereichert durch das eigene experimentelle Ausprobieren textiler Handwerkstechniken in den Projektphasen und es entwickeln sich künstlerische Prozesse in den Teams, die in eine gemeinsame Installation oder Ausstellung vor Ort münden. 


Pädagogische und künstlerische Aspekte

  Die Kulturgeschichte "untermalt" also quasi die eigene kreative Ausdrucksfindung der Schüler und die Präsentation der eigenen Arbeit im öffentlichen Raum ermöglicht dann eine direkte Kommunikation über die Kunstwerke und damit oft auch wieder über die Geschichte der Region...und die eigene Biographie, die in manchen Fällen künstlerisch zum Ausdruck kommt.
Das von Experten erfahrene geschichtliche Wissen wird ergänzt durch eigenes praktisches Arbeiten der Schüler und kann am Ende durch den Austausch von Erfahrungen in den eigenen Alltag integriert werden.
Es entsteht ein Gefühl für Heimat und kulturelle Wurzeln, das es auch ermöglicht fremde und eigene Wurzeln und kulturelles Erbe erst kennenzulernen und dann wertzuschätzen.

  Die Qualität der künstlerischen Prozesse in die die Kinder und Jugendlichen, und teilweise auch die Erwachsenen, sich begeben ist dabei von entscheidender Bedeutung. Auf ein Ziel - eine Ausstellung oder Präsentation - in relativ kurzer Zeit mit einem solch starken theoretischen Impuls über neu zu Lernendes aus der Geschichte hinzuarbeiten, braucht Vertrauen in die Gestaltung der eigenen Zeit im Projekt und das Erlernen der notwendigen künstlerischen Techniken. Teamgeist, Peer to Peer-Erfahrungen und die Professionalität der Künstlerinnen und Künstler bilden, neben einer auf das Gelingen des Ganzen konzentrierten Projektleitung und kompetenten Projektpartnern, die Eckpfeiler dieses hochgradig erfolgreichen Wollrouten-Projektes.


Die erste Phase des Projektes im Schuljahr 2012/13

6 Schulen . 6 + 2 Künstler . 6 Orte der Wollroute

An den im ersten Durchlauf beteiligten sechs Schulen haben im Schuljahr 2012/13 Künstlerinnen und Künstler, Kulturvermittler und Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit den ca. 150 Schülern die künstlerischen Projekte entwickelt und umgesetzt.


Die zweite Phase des Projektes im Schuljahr 2013/14

10 Schulen aus 3 Ländern . 10 Künstler . 6 Orte der Wollroute

Das Projekt hat sich vergrößert und wir gehen im Schuljahr 2013/14 konsequent den Weg des grenzüberschreitenden Austausches, der diesem Projekt so gut tut und haben Schulen aus Eupen (B) und Maastricht (NL) eingeladen sich zu beteiligen.

Auch haben wir Künstlerinnen aus den Sparten Foto und Modedesign gewinnen können und sie bereichern den Reigen der Angebote rund um bildende Kunst, Tanz und Videokunst. 

Aber nicht nur Landesgrenzen überschreiten wir mit diesem Projekt - auch die Generationen wollen wir verbinden. Und so bleibt unser Blick in die Geschichte nicht nur theoretisch, sondern wir laden ältere Menschen ein sich an den Teilprojekten aktiv zu beteiligen und ihr handwerkliches Wissen rund um das Textile weiterzugeben an die Kinder und Jungendlichen der Region.


Dokumentation

Die Teilprojekte von world-wide-wool.net werden fotografisch dokumentiert und so laden wir Sie ein auf dieser Webseite den roten Faden durch die Region und die innovative künstlerische Aneignung ihrer textilen Kulturgeschichte zu verfolgen.

Wir bemühen uns bei der Berichterstattung aktuell zu bleiben - aber aufgrund von vielfältigen Aktivitäten rund um Kulturelle Bildung und das Textile Medium der Redakteurin kann es vorkommen, dass wir mit der Online-Berichterstattung  zeitverzögert auftreten.
Wir bitten um Verständnis. Wenn Sie gerne konkrete Informationen zu einem bestimmten Teilprojekt hätten, die Sie hier nicht finden können, dann treten Sie gerne mit uns in Kontakt.


 

 

 

world-wide-wool.net

Ein künstlerisches Projekt zur Wollroute und der textilen Kulturgeschichte in der EUREGIO Maas-Rhein. Initiiert durch aachenstricktschoen.com und von 2012 -2014 in Trägerschaft der Jugendkunstschule Bleiberger Fabrik, Aachen.

Veranstaltungen

world-wide-wool.net II - Abschlussausstellung 

Am 10. September wird um 14 Uhr am Strüver Weg 116 in der Aachener Soers in den Räumen des Vereins Tuchwerk Aachen e.V. die Präsentation der diesjährigen Arbeiten eröffnet.

Eröffnung der Wanderausstellung "world-wide-wool.net I" in Eupen.

Herr Ministerpräsident Lambertz der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird die Ausstellung in den Räumen des Ministeriums in der Gospertstraße 1 eröffnen.

Wanderausstellung des Projektes in der Annastraße in Aachen

Martin Görg als Mitinitator des Projektes lädt ein in die Glashalle in der Annastraße 14 in Aachen.